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Die Ausläufer der Wüste
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Die Ausläufer der Wüste
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Zemiocro
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BeitragVerfasst am: Mo Apr 28, 2008 9:26 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ar’kadia

Es war ein unangenehmes jucken an ihrem Oberschenkel, vermutlich hatte sie vor dem schlafen gehen, ein wenig wählerischer Blutsauger noch besucht, der ihre Hand tiefer unter die Decke lenkte. Karankwan schlief inzwischen schon, nun war es aber sie, die es nicht mehr vermochte zu schlafen. Schnell fanden ihre Finger die Anschwellung die sie wohl heute Nacht noch blutig kratzen würde. Sie hatte diese Angewohnheit, und ebenfalls die Unfähigkeit die Finger von so einem Stich zu lassen.

Ich habe ihm geholfen? Er würde seinen Schwüren treu bleiben? Wie ein Krieger in den Tod gehen? Hatte sie ihn wirklich so weit gehabt, dass er gegen das verstoßen hätte, was ein Rak Taka wie Karankwan wohl als das wichtigste und höchste angesehen hatte?

Unvermittelt musste sie an andere Krieger denken. Richtige Männchen, die mit ihren grimmigen Blicken das warme Blut der Beduinen gefrieren konnte, die wusste wie man kämpfte, und mit stolz erhobenen Haupt in die Schlacht zogen. Sie musste an diese geschmeidigen, starken Körper denken, wie die Muskeln unter der Echsenhaut anschwollen, und sich mit potenter Macht zusammen zogen. Sie musste an die Übungen denken, an die rauen Worte, und das einfache Leben des Soldaten. Aber auch an den Kampf um Anerkennung und Gleichberechtigung.

Es war ein Kampf, ein Spiel, Stärke gegen Geschwindigkeit, Instinkt gegen Intellekt, Weibchen gegen Männchen. Aber es war auch mehr als das. Es gab das miteinander. Das enge Gefühl, dass sie nicht alleine war. Das Bewusstsein, dass die anderen ihr Leben ebenso geben würden, wie sie es in Notfall ebenfalls tun würde.

Der Wind trug Karankwans Geruch in ihre Nase. Es roch irgendwie auch nicht ganz so aggressiv wie die anderen Männchen, und doch so anders als alle weibchen, und während er im Schlaf sanfte Geräusche von sich gab, mischten sich die ihren wie ein höheres Echo hinzu. Sie dachte noch immer an die Krieger, und an die Übungen die sie durchgeführt hatten, aber plötzlich posierte sie die Waffe haltend für Karankwan. Plötzlich war der Wind wieder da, der gierig an ihren Kleidern riss. Wieder konnte sie einen Blick fühlen. So wie er in der Höhle auf ihr gelegen hatte. Und der verfluchte Mückenstich ließ ihr immer noch keine Ruhe, ließ sie mit den verworrenen Gedanken zusammen nicht rasten.

Der Lufthauch hatte plötzlich Karankwans Stimme, und sanft flüsterte er Worte, die sonst kein Männchen sagen würde, zumindest keins der Krieger. Es gab Dinge die sich die Weibchen wünschen, die aber die wenigsten je hören würden. Es kostete eine spezielle Art des Mutes diese Sachen zu sagen, und auch wenn Karankwan diesen Mut nicht besessen hatte, war ihr, als würde er es wohl als ehester noch erlernen, denn ihm lagen Worte zumindest.

In ihrer Müdigkeit, aber Unfähigkeit Schlaf zu finden verschmolzen Bewegungen und Gedanken, Ängste und Wünsche. Karankwan wurde zu dem Krieger, mit dem sie rang. Er wurde zu den Beduinen vor denen sie rannte. Ihr Schwert verwandelte sich in ein Buch, aus dem er ihr vor las, und der Wind wurde zu seinem Atem, der sie sanft liebkoste. Der Krieger war immer noch ein starkes Männchen, aber es hatte Karankwans Stimme und Gesicht, und was er in ihr Ohr flüsterte ließ sie wie ein Mädchen kichern.

Mit rasendem Herzen erwachte sie aus dem fieberartigen Zustand. Sie hatte den Stich blutig gekratzt. Unangenehmer Schmerz hatte das Jucken ersetzt, und die dumpfe Feuchtigkeit ließ ihre Finger sanft glitzern, als sie diese im Licht der Gestirne musterte. Sie vermochte wohl das Gefühl der Wundheit zu ignorieren, dass sie morgen wohl auch noch haben würde. Aber etwas anderes ließ sie entgeistert in die Nacht starrten. Hatte sie eben wirklich Vision von Karankwan als attraktiven Krieger gehabt? Hatte sie eben wirklich davon geträumt, dass er ihr nette Worte ins Ohr geflüstert hatte? Hatte sie sich eben tatsächlich nach seiner Nähe gesehnt?

Ar'kadia erzitterte.
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BeitragVerfasst am: Di Mai 06, 2008 4:40 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Karankwan Karankwan
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Karankwan wachte relativ früh am Morgen auf, denn seine wirren Träume wollten ihm keine Ruhe lassen. Hatte er über Nacht gelernt, dass es keine Prinzipien gab? Schon gar nicht, wenn man auf sich alleine gestellt war, wie er und Ar’kadia? Verwirrung hatte sich in seinem Kopf eingenistet, als er sich leise aufrichtete und einen kurzen Blick zu Ar’kadia warf. Die Karrnaka ist größer, als ich es je sein werde..., bekräftigte erneut seinen Schwur, aber ein fahler Beigeschmack blieb, als er durch das hohe Gras auf eine Gruppe Akazien zu ging, die der ihrigen, unter der sie genächtigt hatten nicht fern war.
Er wollte ein wenig Frühstück besorgen, denn er rechnete fest mit einem harten Tag voller Beleidigungen und Sticheleien, ob der letzten Nacht. Er hatte die Gespräche genossen und tatsächlich die Hoffnung auf Freundschaft keimen lassen, obwohl er wusste, dass es ein harter Kampf gegen seine Begierde sein würde.
Wie sie und seine Träume ihm jedoch klar gemacht hatten gab es keine gute oder bessere Lösung, als das ganze durchzustehen. Er würde sich mit dem Schicksal der Karrnaka arrangieren, er würde es schaffen, er musste es schaffen, sonst wären die Traditionen verloren und er und Ar’kadia unwürdig.

Seinen komplexen Gedanken nach hängend kam er bei der Gruppe Bäume an. Konzentrier dich, Karankwan., schallt er sich und spähte in die breiten Kronen, der relativ blattlosen Bäume. Tatsächlich entdeckte er ein Vogelnest, auf dem sogar ein Muttervogel saß. Karankwan lächelte und hoffte auf einfache Beute, als er mühelos den Stamm erklomm und sich sein sehniger Körper spannte, als er sich Ast für Ast nach oben zog..

„Schu...Schu!“ Er versuchte den Vogel zu verteidigen, aber der hatte besseres zu tun, als kampflos seine Jungen zu überlassen. Karankwan rechnete nicht damit, als der Vogel pickend und laut krächzend auf ihn losstürmte und ihn aus dem Gleichgewicht brachte. Karankwan taumelte in seiner Hocke und fiel. Mit einem Reflex griff er nach einem Ast, während der Vogel nicht von ihm ablassen wollte. Mit einer Hand hängend und mit der anderen den Vogel schlagend von sich haltend, versuchte er langsam wieder auf den Ast zu kommen. Er war nicht der stärkste und spürte das Brennen seiner Muskeln vor Anstrengung, aber er schaffte es keuchend wieder auf den Ast, als der Vogel zu einem erneuten Angriff auf ihn zu flog. Nicht mit mir..., dachte sich Karankwan und seine Augen verengten sich zu Sehschlitzen. Konzentriert beobachtete er das Federvieh, was auf ihn zugeschossen kam. Blitzschnell schoss seine Rechte nach vorne und packte das Vieh am Hals. Keinen Wimpernschlag später hing der Kopf unnatürlich schräg von der Seite. Er hatte dem Vogel das Genick gebrochen und selige Ruhe legte sich über die Savanne. Die drei Eier im Nest nahm er noch mit sich und sprang aus dem Wipfel in das hohe Gras. Federnd kam er zum landen und richtete sich zu seiner vollen Größe auf. Mit stolz geschwellter Brust ging er zurück zum Lager.

Vermutlich war Ar’kadia schon wach...
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Zemiocro
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BeitragVerfasst am: So Aug 03, 2008 10:16 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ar’kadia
Ar‘kadia erwachte erst recht spät was vermutlich daran lag, dass sie erst so spät Ruhe gefunden hatte. Als erstes suchte ihr Blick Karankwan, und fand ihn tatsächlich unweit von ihrem Schlafplatz an einem Baum hängend. Was er da oben tat wollte sie gar nicht wissen. Der junge Rak‘Taka konnte durchaus ein wenig extravagant sein, und sie konnte sich fast schon vorstellen, wie er einem Schmetterling gesehen hatte, der ihn interessierte, und dann ohne nachzudenken dem zarten Geschöpf gefolgt war.

Die Augen verdrehend erhob sie sich, und richtete erst mal ihre knappe Kleidung, die eigentlich nur aus wenigen Bändern Bestand mit denen sie notdürftig ihren jungen, unberührten Körper ein wickelte. Dann ging sie mit langsamen Schritten zu dem nahen Fluss. Sie war noch von der nächtlichen Kälte steif, aber schon während sie ging wurde jede ihrer Bewegungen geschmeidiger.

Die Wäsche der sie sich unterzog war oberflächlich. An ihrem Bein war noch Blut von der letzten Nacht und weil sie nicht riskieren wollte, dass Karankwan ihr vielleicht doch gefolgt war, und sie ihm unfreiwillig eine neue Darbietung bot, beeilte sie sich mit dem Rest. Ein Geräusch ließ sie wissend schmunzeln, und ihre Bewegungen wurden absichtlicher, doch dann erstarrte sie. Sie hatte angenommen, er wäre ihr gefolgt, und auch wenn es ihr latent unangenehm war, hatte es ihr doch auch geschmeichelt. Aber der Geruch der nun in ihre Nase drang, stammte nicht von Karankwan.

„Pferde.“

Eben noch war sie nur Frau gewesen. Jetzt war sie nur Kriegerin. Mit kraftvollen fließenden Bewegungen kroch sie durch das hohe Graß der Steppe bis sie schließlich den Kamm eines Hanges erreichte. Unweit auf der anderen Seite verlief eine undeutliche Straße, und auf jener war eine kleine Karawane unterwegs. Zwei von Pferden gezogene Karren wurden von drei weiteren Männern begleitet, die jeweils auf einem Pferd saßen. Aber nur zwei von ihnen sahen wie Kämpfer aus, und die Art wie sie lässig auf ihren Gäulen saßen, betonte nicht gerade den Eindruck, dass sie wachsam währen.

Etwas gefährliches blitzte in ihren Augen auf. Etwas mörderisches. Doch erst mal drehte sie sich ab. Sie hatte nicht ihre Waffen mit genommen. An Karankwan dachte sie erst mal nicht. Selbst als sie im Lager ein traf galten ihre ersten Gedanken ihren Klingen, und sie wäre fast schon wortlos wieder verschwunden, als sie ihn doch noch einweihte.

„Beduinen. Nur wenige von ihnen.“ Mordlust ließ ihre Pupillen funkeln. „Kömm. Der Wind steht günstig und sie sind nicht weit.“ Erst dann sah sie was er erlegt hatte. „Das Essen kann warten. Wir müssen sie töten.“
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BeitragVerfasst am: Mo Aug 04, 2008 10:22 am    Titel: Antworten mit Zitat

Karankwan Karankwan
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Sie war weg. Zumindest war sie nicht hier um seinen stolzen Fang zu begutachten. Auch wenn sie ihn nie gelobt hätte, so wäre zumindest der ausbleibende Spott, beziehungsweise der unterschiedliche Tonfall der Häme Anlass genug gewesen sich zu freuen, aber nun wo sie weg war, war das auch egal.
Missmutig legte er seine Beute in das hohe Gras nahe den Akazien unter denen sie gelagert hatten, als Ar’kadia mit schnellen Schritten und konzentrierter Miene wiederkam. Keinen Blick hatte sie für ihn übrig, als sie seine Klingen kampfbereit machte. Dass die Situation ernst war, erkannte Karankwan vor allem daran, dass sie nicht spottete.

Beduinen also..., dachte Karankwan mit gemischten Gefühlen, denn einerseits hasste er dieses Pack, das sich nichts sehnlicher wünschte, als seine Sippe auszurotten, aber andererseits hatte er nicht damit gerechnet so früh auf seiner Karrnaka kämpfen zu müssen.

Komischerweise gab ihm die Tatsache Mut, dass er heute früh schon gegen den Vogel siegreich war und so erhob er sich und wollte sich eigentlich noch von Ar’kadia instruieren lassen, aber dafür ließ sie ihm keine Gelegenheit, denn sie war schon wieder einige Schritte voraus, bis sie am Fuß eines Hangs im hohen Gras verschwand und nur die leichten Bewegungen, die teilweise denen des Windes entgegengesetzt waren sie aus dem Grund verrieten.
Schnellen Schrittes folgte er und achtete auf den Wind, denn wenn er günstig stand, dann würden die Pferde ihren Geruch nicht wahrnehmen. Würde er sich drehen – und das war genau das auf was Karankwan achtete – so würden sie im besten Fall nervös werden...oder im schlechtesten Fall durchgehen und jeder halbwegs vernünftige Beduine weiß was das zu bedeuten hatte.

Mittlerweile robbte auch Karankwan durch das Gras und er versuchte genau die Schneise zu benutzen, die Ar’kadia geschlagen hatte, aber ihr zierlicher Körper gepaart mit ihrem Talent und ihrem Können hinterließ kaum mehr geknickte Halme, als es ein heranwachsender Leopard getan hätte.
Bei seiner Schneise musste man von dem wohl größten lebenden Exemplar ausgehen...oder eben von einem Rak’Taka...

Im Idealfall bekommen die Beduinen das hier überhaupt nicht zu Gesicht...., versuchte sich Karankwan zu beruhigen, schürte jedoch gleichzeitig mit den Gedanken an die bevorstehende Schlacht eigens seine Nervosität.

Gerade noch rechtzeitig erkannte er Ar’kadia vor sich, sonst wäre er mit dem Gesicht voran in ihr Hinterteil gerobbt, was sie sicherlich nicht allzu spaßig gefunden hätte. Allein der Gedanke ließ Karankwan beschämt erröten und kurz drifteten seine Gedanken zu den Erinnerungen an die vergangenen Tage, die im Angesicht des Kampfes in einem anderen Äon lagen.

„Was schlägst du vor?“, fragte er sie räuspernd, denn sie war der Feldherr unter ihnen. Er war aller höchstens für einen untypischen Kniff zu haben. Ansonsten vertraute er ihr vollkommen in den Dingen, die das Kriegshandwerk angingen...

Hoffentlich weiß sie das zu schätzen...
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BeitragVerfasst am: Di Aug 05, 2008 4:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ar’kadia
Natürlich war sie nicht an die gleiche Stelle zurück gekehrt, sondern etwas weiter voraus an eine Stelle gegangen, an der sie vermutete, dass der Weg führen würde. Tatsächlich konnte sie von ihrer Position aus die Spuren in der Steppe ausfindig machen, und eine kleine Staubwolke die sich unweit von ihnen erhob deutete an, dass ihre Opfer nicht mehr weit von ihnen waren.

Sie konnte deutlich hören, dass sich Karankwan hinter ihr näherte. In der Stille kam er ihr wie eine Lawine vor, die sich polternd über den Boden wälzte. Sie konnte ihre Augen nicht daran hindern, dass sie sich verdrehten, und leise zischte sie: „Karankwan… ich würde dich ja küssen, wenn ich dich damit zum schweben bringen könnte, aber du musst dringend lernen leiser zu sein. Verdammt!“

Sie erhob sie so weit aus dem Gras um sehen zu können war vor ihr lag, und um nach der kleinen Karawane zu spähen, dann erst sah sie wieder zu ihrem männlichen Begleiter. Karankwan war wirklich nie ein sonderlich imposanter Krieger gewesen. Aber ohne seine Hilfe würde sie wohl doch recht vielen Feinden gegenüber stehen. Doch wie konnte sie ihn verwenden?

Plötzlich kam ihr eine Idee. Sanft legte sich ihre Hand auf seine, und sie lächelte ihn fast schon warm an. „Es ist unsere… heilige Pflicht, diese verfluchten Barbaren zu töten.“ Begann sie, und der sanfte, fast schon singende Tonfall ihrer Stimme stand im Kontrast zu der Bedeutung ihrer Worte. „Aber ich brauche dich dazu, Karankwan. Einen starken, mutigen Mann, der mir den Rücken frei hält.“ Sie lächelte ihn ermutigend an. „Was du tun musst ist ganz einfach.“ Sie deutete auf einen Busch, der auf der anderen Straßenseite etwas weiter voraus wuchs. „Versteck dich dort und warte biss sie kommen.“ Ihre Augen funkelten böse, aber auch vor Aufregung. „Spätestens dort werden die Pferde deine Witterung aufnehmen… Sie werden abgelenkt sein, und die Männer werden in die Windrichtung starren und versuchen heraus zu finden, was die Pferde irritiert…“ Fast schon etwas sinnliches lag nun in ihrem Blick. „Sie werden den Tod in ihrem Rücken nicht mal bemerken.“
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BeitragVerfasst am: Mi Aug 06, 2008 10:05 am    Titel: Antworten mit Zitat

Karankwan Karankwan
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Karankwan lag neben Ar’kadia im hohen Gras und wagte es vorerst nicht sich aufzurichten, um sich ein Bild über die Situation zu verschaffen. Wie gesagt er vertraute ihr in solchen Dingen und deshalb erschien ihm ihr Plan durchführbar, wenn er auch Ar’kadias Handschrift in Form ihres Alleingangs trug.

Kurz bevor er sich drauf und dran machte hinter den Busch zu robben, den sie ihm gezeigt hatte, wagte er noch einen Blick über die Halme der Steppe und die Konstellation der Beduinen unterstrich ihren Wagemut. Es mochten nur zwei Bewaffnete sein, aber dennoch saßen sie zu Pferd und hatten noch jemanden bei sich.
Es war jedoch keine Zeit mehr dazu ihr seine Bedenken vorzutragen, denn die kleine Karawane bahnte sich zielstrebig ihren Weg auf der Straße, die kaum mehr als ein Trampelpfad war.

„Pass auf dich auf.“, raunte er ihr noch zu und lief in geduckter Haltung den Hang hinab. Erst als er wieder ins Sichtfeld der Karawane schwenkte, bewegte er sich wieder in der horizontalen vorwärts.
Ihm gingen allerhand wirre Gedanken durch den Kopf, als er die knapp hundert Schritt zu dem Busch überquerte.

Was mache ich, wenn sie Ar’kadia töten? Was wird aus der Karrnaka und was wird aus...mir?

Er fand keine Antworten, als er schließlich an dem Busch ankam und sich in der Hocke niederließ. Das Robben hatte seine Gewandungen verrutscht, die er nun mit einigen Handgriffen wieder richtete, denn für die Art die er zu kämpfen pflegte, war es gefährlich, wenn ihm seine Stoffbahnen einen Strich durch die Rechnung machen würden.
Fast friedlich dreinblickend schloss er die Augen und betete zu Medusa – still schweigend.

Heilige Herrin in den blutigen Höhen. Deinen Namen will ich ehren, jetzt und alle Zeit! Ich bitte dich um deinen Segen, den du auf mich herab senden mögest und mir Kraft gibst dir – Mutter aller – ein Opfer zu bringen.
Auf dass dieses Blut und diese Herzen deine sieben heiligen Becken wieder ein wenig füllen mögen. Sodass die Stunde, in der der letzte Tropfen roten Blutes rinnt niemals kommen möge. Rakna kan, khaan Rakna kan.


Erst als er die Augen öffnete, stellte er fest, dass er in seiner Inbrunst den Blick und die Wahrnehmung für das Geschehen um ihn herum verloren hatte, sodass ihm erst jetzt auffiel, dass sich der Wind empfindlich gedreht hatte und die Karawane wohl zeitiger seinen Geruch wahrnehmen würde...so zeitig, dass der Hügel nicht in ihrem Rücken läge...

Er wurde nervös, aber für eine Flucht war es zu spät – sie würden ihn entdecken und die Pferde kämen donnernd herangeprescht. Schneller als er sich versehen würde, läge sein Leib tot im hohen Gras und würde ein Festmahl für die Geier werden.
Also verharrte er angespannt und auf Ar’kadias Scharfsinn und Blutgier hoffend...
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BeitragVerfasst am: Di Okt 14, 2008 4:55 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ar’kadia
Was genau geschehen war, wusste Ar’kadia auch nicht so genau. Aber offenkundig war sie einem Blutrausch verfallen. Von den Nomaden war nicht mehr viel übrig. Überall lagen ihre Körper verstreut und auch ihre Echsenhaut war rot von ihrem Blut als hätte sie in ihren Leibern gebadet. Vage war sie sich bewusst, dass sie nicht nur mit ihren Waffen, Klauen und Krallen gekämpft hatte, sondern auch mit ihren Zähnen Brocken aus den Menschen heraus gerissen hatte.

Karankwan hatte kaum etwas zu tun gehabt. Ihre Muskeln schmerzten dagegen vor Verausgabung. „Eine Orgie der Gewalt.“ Murmelte sie. „Die der Mutter würdig war.“ Kühl glitten ihre Augen über die Leichen. „Auf das ihr Blut die Erde reinigen Mag. Auf das ihr Tod das Leben unserer Nachkommen ausbalancieren mag.“

Die Ware die die Menschen mit sich geführt hatten, rührte Arkadia nicht an. Sie ging fast gleich los, langsam weiter nach Norden. In der Ferne türmten sich Gewitterwolken die langsam nach Süden zogen. Sie würden früher oder später ihren Leib vom Menschenblut reinigen.

„Lass uns noch ein wenig gehen, Karankwan.“ Sagte sie etwas später. Und schließlich bat sie ihn noch um etwas. „Würdest du… heute Abend… eine der alten Geschichten erzählen?“ Suchend sah sie ihn an, und dennoch war ihr Blick verstohlen. „Du kennst sie doch alle, nicht? Die Geschichten aus der Zeit vor dem ewigen Krieg.“ Sie überlegte für einen Moment. „Ich würde heute gerne eine hören. Von dir. Du kannst… sie eigentlich… recht gut…. Erzählen.“ Noch blies der Wind recht kräftig durch ihre zu Zöpfen gebundenen Haare. Er würde ersterben, um dann mit dem Gewitter erneut zu Leben zu erwachen.

„Erzähl mir eine, die über die Gottheit handelt. Oder die Geburt der Rak’Taka.“ Etwas komisches lag in ihren Augen als sie ihn plötzlich an sah. „Oder eine Geschichte… über Liebe.“
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BeitragVerfasst am: Fr Okt 31, 2008 9:24 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Karankwan Karankwan
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Der Kampf war schneller geschlagen als Karankwan geglaubt hatte. Er war aus seinem versteck gekrochen, da lagen schon drei erschlagen im hohen Gras.
Einen hatte er von seinem Pferd getreten, ein bärtiger Mann der schreckgeweitete Augen hatte, in denen sich Karankwan selbst gesehen hatte, als er ihm seine spitzen Klauen mit einem Ruck in den Hals gerammt hatte.
Es war ein ganz anderes Gefühl jemandem die Kehle mit seinen Fingern durchzuschneiden, als mit einer Klinge. Das warme Blut, das über die Finger floss, das Zucken der Muskeln, die nicht sterben wollten und sich gegen den Tod auflehnten und dann der Moment in dem sich die Seele verabschiedete, alles erschlaffte und Medusa ihre Becken füllen konnte.
Er war noch verwirrt und aufgewühlt von dem Gefecht, als sich Ar’kadia schon gen Norden wandte und ihn mit seltsamer Zärtlichkeit in ihrer Stimme nach den alten Geschichten fragte. Zum ersten Mal hatte er das Gefühl, dass sie ihn als gleichwürdig oder zumindest nicht als nieder betrachtete.

„Gerne erzähl ich dir eine der Geschichten, Ar’kadia.“ – sagte er und wollte ihr folgen, ehe er einen schnellen Schritt machte und sie am Ellbogen festhielt – „Danke.“ – er stockte und sammelte sich – „Danke für deinen Mut, dafür, dass du nicht nur dein Leben verteidigt hast sondern auch meines. Medusa wird stolz auf ihre Tochter sein...Ich...“

Er sah zu seinen Händen, die noch etwas feucht von dem Blut waren, dann trat er an sie heran und lächelte. „Halt still.“, sagte er ganz ruhig und sachlich – vor allem sachlich -, ehe er begann ihr die Wokana-Rune auf die Stirn zu malen, die Rune der Krieger.

***

Noch schweigender als sonst waren sie den Weg nach Norden durch die Wildnis und Steppe marschiert, ehe sie am Nachmittag ihr Lager aufschlugen, da sich der Himmel rapide verfinsterte und bald mit Blitzen seinen Regen auf die trockene Erde senden würde. Es würde morgen schlammig werden und sie würden nicht halb so viel der Strecke zurücklegen wie heute, aber das Naturschauspiel, das sich Karankwans Augen bieten sollte erfreute ihn schon heute.
Sie hatten sich wiedereinmal unter einigen Akazien niedergelassen und ein kleines beschauliches Feuer entzündet, in das Karankwan nun gedankenversunken hineinsah.

„Willst du immer noch eine Geschichte hören?“ – fragte er und sah zu seiner Begleiterin hinüber, während sich der Feuerschein in seinen dunklen Augen flackernd widerspiegelte – „Was möchtest du hören? Welche Legende soll es sein?“ Er fragte, ohne fordernd zu klingen oder belehrend. Es klang...freundschaftlich respektvoll beschreibt es wohl am ehesten.

Eine komische Zeit, die Karankwan auf seiner Wanderung gen Norden durchlebte.
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BeitragVerfasst am: Fr Jul 03, 2009 4:57 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ar’kadia
Irgendwie wollte ihr der Moment nicht aus dem Kopf gehen. Auch nicht am Abend, als sich die Sonne bereits wieder gegen den Horizont neigte. Es war jener Moment wo Karankwan sich bei ihr bedankt hatte, und auch wenn das bedanken und der Inhalt seines Dankes doch irgendwie ein Zeichen der Schwäche war, konnte sie einfach von ihm nicht mehr als das kleine, lächerliche Wesen denken. Er war ein Mann. Vielleicht kein unerschütterlicher Krieger, aber doch ein männlicher Rak’Taka und auf seine Weise hatte er einen erstaunlichen Wert und eine Daseinsberechtigung. Irgendwie war das auch ihr in dem Moment klar geworden und sie verband diesen Moment unweigerlich mit der Erkenntnis. Es war als verband sie das Blut der getöteten Menschen. Es war als hatte sie die Rune geeinigt, jene Rune die sie noch immer auf der Stirn trug, und die er gemahlt hatte.

Im Schutz der Bäume und im Bann des Feuers umfing sie auch jetzt wieder eine seltsame Stimmung. Am liebsten wäre sie zu Karankwan gegangen und hätte sich in seine Arme begeben, denn gerade das Wetter machte deutlich wie weit sie sich von der Heimat entfernt hatten, wie weit sie von jenen waren, die sie liebten und kannten. Doch es gab kein zurück. Und Karankwan hatte deutlich gemacht, dass er in ihr eine Kriegerin sah, und nicht mehr. Abgesehen davon war es gut, dass einer von ihnen standhaft blieb. Sie hatten eine Aufgabe…

„Erzähl mir von der ersten Heimstatt. Von den Anfängen der Rak’Taka. Oder wie Krieger das Jagen der Menschen erlernten.“ Fragte sie ihn bittend, doch dann senkte sie ihre Lieder. „Nein… erzähl mir die Geschichte wie Orokin die schöne Lezkaria entführte…“ Sie stockte und sah ihn dann doch noch in die Augen, in denen das Feuer zu lodern schien. „…, und dann doch noch ihr Herz gewann.“
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BeitragVerfasst am: Di Jul 14, 2009 11:15 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Karankwan Karankwan
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Das Feuer war recht großzügig, denn auch heute erwartete die beiden Rak’Taka eine kalte Nacht, in der sie das Feuer vor dem Tod durch Erfrieren schützen sollte. Es prasselte und die trockenen Äste knackten laut, während einen Wimpernschlag später glühende Funken der Schwerkraft trotzend gen Himmel flogen. Karankwan wusste, dass es daran lag, dass die heiße Luft des Feuers nach oben stieg, leichter war als die Luft, die er und Ar’kadia in diesem Moment atmeten. Er wusste auch von versuchen von Menschen, die sich diesen Effekt zu nutze machen wollen und wie Vögel dem Himmel entgegen fliegen wollen. Er wusste nicht, ob er das glauben konnte, aber er selbst war auch nicht in der Lage so etwas einzuschätzen, das hatte er schon lange begriffen. Er war ein Rak’Taka und seine Kultur lebte von den Ideen anderer. Er hatte so viele Berichte und Dinge gelesen, die funktionierten er sich aber nicht vorstellen konnte, zumindest sich nicht vorstellen konnte, jene Konstruktionen, Methoden oder Konzepte zu entwickeln.
Er hielt es jedoch im Bereich des möglichen, dass eines Tages auch Rak’Taka fliegen würden, wenn einer seiner Nachfahren auf seiner eigenen Karrnaka jenes Wissen in die Klöster tragen würde. Er selbst erinnerte sich mit einem Mal daran einmal einen Milan beobachtet zu haben, der stundenlang über dem Kloster gekreist hatte und insgesamt nur zweimal mit den Flügeln geschlagen hatte. Er hatte sehr genau hingesehen und konnte sich nicht erklären wieso der Vogel überhaupt so lange fliegen konnte ohne sich anzustrengen…Vielleicht hatte es auch mit den tanzenden Funken zu tun, die er nun schon so lange anstarrte. Er wusste es nicht.

Ein fernes Grollen, dass seinen sanften Bass über die Steppe als Boten eines viel größeren Unwetters vorausschickte, riss ihn aus seinen Überlegungen und er sah mit einem Lächeln zu Ar’kadia.

„Das ist aber eine sehr alte Geschichte.“ – sagte er und es war nicht möglich irgendeinen Rückschluss auf seine Meinung darüber aus seiner Stimme zu hören – „Damals lebten wir Rak’Taka noch in großen Städten. Wenn man den Schriften trauen darf, dann waren sie größer als die Metropolen der Menschen jetzt, ohne jeglichen Schutz, denn im Prinzip waren wir Rak’Taka kein kriegerisches Volk. Den Krieg brachten die Menschen zu uns und zum Glück waren und sind wir recht schnell von Begriff, sodass wir das Kriegshandwerk von ihnen lernten. Die Klöster mit ihren hohen Mauern waren unsere Rettung, denn diese Bauwerke waren solide, mit hohen Mauern, die das Heiligste von den Städten schützen sollte…Es wurde unser Schutz.“ – er merkte erst jetzt, dass er etwas abgedriftet war – „Nun gut…“ – er lächelte, schaute dabei zunächst ins Feuer, ehe sein Blick doch zu Ar’kadia huschte – „Orokin war Mönch und bekleidetet somit einen akzeptierten Rang in der damaligen Gesellschaft, die der der Menschen von heute gar nicht so unähnlich zu sein scheint. Lezkaria war die hübscheste Rak’Taka, die je gelebt haben soll.“ – aus seinem Erzählton drang kurz die sachliche Rationalität durch, als er anmerkte – „Ich denke, dass soll nur ihre Unerreichbarkeit für Orokin unterstreichen, denn die Aussage ist recht pauschal um über so lange Zeit aufrecht erhalten zu werden. Nun gut. Lezkarias Vater – du musst wissen, damals schlüpften wir nicht in einem Schrein und wussten nicht wer unser Vater und unsere Mutter ist – Lezkarias Vater war ein angesehener Mann und gab nicht viel auf den Glauben von Medusa. Es war eines abends als Orokin auf den Markt ging, um die Verpflegung des Klosters aufzustocken, sein Blick wurde von Lezkaria gefangen, die auf dem Marktplatz tanzte. Manche meinen sie hätte ihn verzaubert, andere und ich zähle auch dazu meinen, dass die Liebe sich seiner bemächtigte. Ein Sprichwort der Menschen von Gond sagt, dass Liebe einem den Verstand raubt und vielleicht war es in diesem Moment so, denn Orokin zog seinen Ritualdolch – er war ein Blutjünger so wie ich einer bin. Wohl eines der wenigen Relikte jener Zeit, dass sich in unsere Zeit gerettet hat – und bedrohte Lezkaria, die er entführen wollte. Um das Leben seiner Tochter zu schützen ließ ihr Vater Orokin ziehen und der junge Rak’Taka wusste sich nicht anders zu helfen, als in die Wüste zu fliehen.“

Ein Blitz zuckte durch die Nacht und ein lauter Donner folgte wenige Herzschläge später. Karankwan hob neugierig den Kopf, der ein wenig zwischen seinen Schultern versunken war und spähte in die Nacht und in den Himmel.

„Die Sterne sind nicht mehr zu sehen, es wird sicherlich…“ – bevor er seinen Satz beenden konnte hörte man erste Tropfen auf das dünne Blätterdach der Akaziengruppe, die ihnen Schutz bot, prasseln – „das wird wohl eine ungemütliche Nacht“ – kommentierte er den Regen und das Gewitter ohne tatsächlich großartig Notiz davon zu nehmen – „Nun ja. Orokin und Lezkaria waren in der Wüste und Lezkaria versuchte immer wieder zu fliehen, aber Orokin hielt sie bei sich. Sie sprachen viel, während sie auch viel stritten und Orokin versuchte ihr stets zu beweisen, dass er sie entführt hatte, weil er sie nicht teilen wollte, weil er sie für so schön und wertvoll hielt, dass er der einzige war, der das schätzen konnte. Lezkaria wollte das nicht glauben, aber sie konnte auch nicht fort. Es war…“ – er stockte und sein Blick wurde komisch – „in einer…Nacht…wie dieser. Es gewittert, soll das heißen, als sie in der offenen Wüste hinter nichts als einer Düne Schutz suchten. Beide wären fast gestorben in der Nacht. Am nächsten morgen wachten beide erschöpft auf. Orokin lag über Lezkaria gebeugt und schütze sie mit seinem Leib und als sie der Junge Rak’Taka bewegte stach ihm etwas in den Rücken. Es war ein großes Stück Wüstenglas, welches heutzutage von den Corvani gehandelt wird. Es war faustgroß und hatte die Form eines Herzens. Orokin schenkte es Lezkaria und es war ihr Zeichen genug, dass er der einzige für sie war. Man erzählt die beiden hätte eine Oase gefunden und sich dort bis an ihr Lebensende niedergelassen. Die Versuche von ihrem Vater die beiden wiederzufinden blieb erfolglos.“

Er endete und sah ins Feuer, während er sich die Kapuze über den kahlen Schädel streifte, um sich vor den dicken Regentropfen zu schützen die ihren Weg durch das Blätterdach fanden. Die beiden schwiegen eine Weile, ehe Karankwan seine Meinung doch nicht länger für sich behalten konnte.

„Die Geschichte an sich ist nicht sonderlich…nun ja spektakulär, aber dennoch macht sie mich traurig. Wenn du siehst wie unser Leben vor dem tausend Jahre dauernden Krieg gegen die Beduinen aussah und wie es heute ist. Wir lebten ein unspektakuläres, friedliches Leben. Manchmal glaube ich, ich passe nicht in diese Zeit, ich bin zu spät geboren. Heute ist unser Leben ein ständiger Kampf. Wir kämpfen jeden Tag ums Überleben, vergraben uns hinter Festungsmauern und schicken unsere Männer aus um den Kampf gegen die Ausrottung zu schlagen und den Fortbestand unserer Art zu sichern. Ich finde das nicht natürlich, ich weiß auch, dass wir dazu gezwungen werden, aber das schlimme daran ist, dass ich kein Krieger bin, Ar’kadia.“ – zum ersten Mal seit er die Geschichte geendet hatte, sah er sie unvermittelt an. Sein Blick bleib auf ihrem Antlitz liegen, als er fortfuhr – „Ich bin kein Krieger, das weißt du auch, aber das Leben der Rak’Taka heute ist ein einziger Krieg. Wo ist der Platz für mich? Wo ist der Platz für mich…wenn nicht…wenn nicht hier?“ – fügte er kleinlaut hinzu, ehe er sich wieder dem Feuer zu wandte und es den Anschein machte, als dass sein Kopf noch ein wenig tiefer zwischen den knochigen Schultern versank, die wie der Rest des sehnigen Körpers in Unmengen Stoff gehüllt war.

Ein Schweigen legte sich für einige Augenblicke über die beiden, welches nur vom Heulen des Windes, dem Prasselnden Regen und dem immer lauter und drohender werdenden Donner gestört wurde.
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